„Anstoß“-Stiftung fördert elf Projekte aus Stadt und Landkreis Gießen mit 24 300 Euro

GIESSEN – (rsc). „Die große Kreativität und das hohe Engagement im sozialen Bereich unserer Region spiegelt sich in der Vielfalt der geförderten Projekte wieder“, betonte Wolfgang Balser. Der neue Vorsitzende der Stiftung „Anstoß“ überreichte elf Bescheide in Höhe von insgesamt 24 300 Euro. Dabei sollen mit den Zuwendungen aber eben nur Anstöße gegeben und Impulse für die Gemeinwesenarbeit gesetzt werden. „Unsere Vision ist es, die Lebensqualität sozial benachteiligter Menschen in der Stadt und im Landkreis Gießen zu verbessern und der sozialen Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken“, so Balser weiter.

Das Jugendzentrum „Holzwurm“ in der Nordstadt erhält Unterstützung für sein „SpaßKampf“ betiteltes Vorhaben, das der Gewaltprävention bei Jugendlichen dient. Die Gießener Arbeitsloseninitiative will wiederum die Bewegung und Mobilität von langzeitarbeitslosen Menschen fördern. Bei den Freiwilligendiensten der Arbeiterwohlfahrt geht es darum, ein Ziegenprojekt zu verstetigen, das sowohl Bewohnern im Seniorenheim als auch Kita-Kindern zugute kommt. Der Verein „Biebertal hilft“ kümmert sich per Chorgesang um die Integration von geflüchteten Menschen. Und der Verein „Alarm!“ organisiert Workshops mit Schülerinnen, um über die „Loverboy“-Methode zu informieren. Die Beratungs- und Koordinierungsstelle für ältere und pflegebedürftige Menschen in Stadt und Landkreis Gießen (BeKo) möchte einen Demenzwegweiser erstellen, von dem Fachkräfte ebenso profitieren sollen wie Betroffene.

„Wildwasser Gießen“ beabsichtigt, die Beratung von Mädchen und Frauen auszuweiten und benötigt dafür ein zusätzliches Büro. Das Geld der Stiftung fließt in die technische Infrastruktur. Der Förderung von jungen Müttern in schwierigen sozialen Situationen widmet sich die Jugendwerkstatt Gießen. Die Gruppe „Chicks – freies performancekollektiv“ bereitet ein Theaterstück vor, das die Themen Arbeit, Geschlecht und Männlichkeit verknüpfen und dazu anregen will, Rollenzuschreibungen zu überdenken. Wochenendseminare für Mütter mit Kindern veranstaltet die „Aktion Perspektiven“. Hier geht es darum, „mit wenig Geld den Familienalltag zu meistern“.

Die „Initiative Jugendberufsbildung der Gießener sozialen Brennpunkte“ will ein Gelände herrichten, auf dem natürliche Vielfalt erfahren werden kann und mittelfristig ein Kinderbauernhof entstehen soll. Dazu gibt die „Anstoß“-Stiftung Geld zur Anschaffung eines Radladers. Zugleich werden damit auch benachteiligte Jugendliche und Langzeitarbeitslose qualifiziert.

Durch die aktuelle Zinssituation sei es schwierig, aus dem Stiftungskapital – knapp 1,4 Millionen Euro – nennenswerte Erträge zu erwirtschaften. Denn nur diese können gemäß Satzung zur Förderung von Menschen in schwierigen Lebenslagen genutzt werden, erläuterte Wolfgang Balser. In den 21 Jahren ihres Bestehens habe die Stiftung unzählige Vorhaben angeschoben, die inzwischen im Regelbetrieb arbeiten, lobte Stadträtin Astrid Eibelshäuser. Ganz wichtig sei, dass sich der öffentliche Sektor bei privatem Engagement nicht zurückziehen dürfe. Öffentliches Engagement müsse vielmehr verstärkt eingefordert und befördert werden.

Artikel vom 25.02.2018 Giessener Anzeiger, Foto: Schäfer